Sören Bartol - Abgeordneter für Marburg-Biedenkopf - SPD

MELDUNGEN

Sören Bartol wird Pate von inhaftiertem iranischen Wissenschaftler

17.09.2013

SPD-Bundestagsabgeordneter Sören Bartol: "Menschen wie Omid Kokabee brauchen internationale Aufmerksamkeit" - IGFM beklagt "alltägliche Menschenrechtsverletzungen im Iran"

Frankfurt / Marburg (16. September 2013) - Mit der Übernahme der Patenschaft für den inhaftierten iranischen Wissenschaftler Omid Kokabee setzt der Bundestagsabgeordnete Sören Bartol ein deutliches Zeichen für Menschenrechte. "Regimegegner sind vielmals unerträglichen Repressalien ausgesetzt", so Bartol. Laut der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) sind Regimekritiker im Iran täglich Diskriminierungen, Misshandlungen ausgesetzt, werden gefangengenommen und viele zum Tode verurteilt.

Omid Kokabee (*20. August 1982), Wissenschaftler und Physiker mit Doktortiteln von Universitäten in Spanien und den USA, wurde Ende Januar 2011 in Teheran verhaftet, als er - aus den USA kommend - seine Familie besuchen wollte. Am 13.05.2012 wurde er in einem Sammelverfahren u.a. wegen "Beziehungen zu einem feindlichen Land", "Empfang von illegitimen finanziellen Mitteln" und "Verschwörung gegen die iranische Regierung" zu 10 Jahren Haft verurteilt. Am 19. August 2012 bestätigte Richter Zargar von der 36. Abteilung des Teheraner Berufungsgerichts das Urteil. Der in der Fachwelt bekannte Wissenschaftler Kokabee war nie politisch aktiv oder an der iranischen Nuklearforschung beteiligt. Der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte ist aber bekannt, dass iranische Sicherheitsbehörden versuchten, ihn zur Mitarbeit im iranischen Nuklearprogramm zu zwingen, was der Laser-Physiker verweigerte. Daher geht die IGFM davon aus, dass er ausschließlich deshalb in Haft ist. Kokabee befindet sich im für Folter berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran. Sein Gesundheitszustand ist besorgniserregend, eine adäquate medizinische Behandlung wird ihm verweigert.

"Es wäre gut, wenn die Internationale Gemeinschaft in Gesprächen mit dem Iran auch die Inhaftierung von Regimegegnern wie Omid Kokabee und die unakzeptablen Haftbedingungen von Gefangenen ansprechen würde", sagt Bartol.

Im Rahmen des IGFM-Patenschaftsprogramms engagieren sich prominente Politiker für politische Gefangene im Iran. IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin betont: "Omid Kokabee ist leider nur ein Fall unter vielen, die aufgrund ihrer Überzeugungen im Iran in Haft sitzen. Viele von ihnen werden unter unmenschlichen Bedingungen gehalten. Massive physische und psychische Gewalt ist in iranischen Gefängnissen an der Tagesordnung. Eine politische Patenschaft, wie sie Sören Bartol übernommen hat, gibt verfolgten Regimegegnern und Opfern staatlicher Repressionen internationale Aufmerksamkeit und damit Schutz". Bisher unterstützen über siebzig europäische Politiker dieses Programm der IGFM.