Sören Bartol - Abgeordneter für Marburg-Biedenkopf - SPD

MELDUNGEN

Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen weiterhin Tür und Tor geöffnet - Im Landkreis 1700 Leiharbeiter betroffen

Die Blockade von CDU/CSU beim Gesetzentwurf Leiharbeit und Werkverträge war Thema eines gestrigen Besuchs des DGB Kreisverbandes Marburg-Biedenkopf bei dem heimischen Bundestagsabgeordneten Sören Bartol (SPD).

„Arbeitsministerin Nahles ist in dieser Frage bereits mehrfach auf CDU/CSU zugegangen und es wurden tragbare Kompromisse gefunden, ich erwarte nun von der Union, dass sie

den Koalitionsvertrag einhält und ihre Blockadehaltung endlich aufgibt.

Verschlechterungen des jetzigen Gesetzentwurfs sind für uns nicht hinnehmbar. Ohne eine gesetzliche Regelung sind dem Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen weiterhin Tür und Tor geöffnet“, so Bartol.

„Hunderttausende Menschen, die darauf gehofft haben, endlich für gleiche Arbeit auch glei-ches Geld zu bekommen, werden jetzt enttäuscht. Die Union will offenbar unbedingt die Zwei-Klassengesellschaft im Betrieb und ist nicht willens, dem fortgesetzten Lohn- und So-zialversicherungsbetrug endlich einen Riegel vorzuschieben“, vermutet der mittelhessische Gewerkschaftssekretär Dr. Ulf Immelt. „Allein im Landkreis Marburg-Biedenkopf werden sich die Bedingungen der 1700 Leiharbeiter und einer entsprechend großer Zahl an Werks-verträglern nicht verbessern“, so Immelt.

Die Gewerkschaften hatten weitergehende Vorstellungen, wie man den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen wirksam verhindern kann. Die von der Bundesarbeitsministe-rin vorgeschlagenen gesetzlichen Maßnahmen wären allerdings schon eine Verbesserung für die Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen gewesen „Dass die CDU und CSU nicht mal bereit sind, bei diesem Kompromiss mitzuziehen, ist inakzeptabel, hier muss sich die Union nun bewegen“, so Bartol.

Der Koalitionsvertrag muss in dieser Legislaturperiode erfüllt werden. Dazu gehört die gesetzliche Verhinderung des Missbrauchs von Leiharbeit und Werkverträgen. Hierin sind sich SPD und DGB einig. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen wird es am 9. April eine bundesweite Demonstration in München geben zu der auch Busse aus Mittelhessen fahren. Anmeldungen zur Mitfahrt sind über die E-Mail-Adresse giessen@dgb.de möglich.