
In der ersten Bundestagsdebatte der 17. Legislatur zum Arbeitsbereich des Bundesministers für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung Dr. Ramsauer kritisierte der Marburger Bundestagsabgeordnete Sören Bartol in seiner Rede die Pläne von Schwarz-Gelb:
„Mobilität, Stadt- und Raumentwicklung
sind wichtige Zukunftsfragen, die im Koalitionsvertrag schlecht wegkommen. Intelligente
Stadtverkehrskonzepte? Fehlanzeige! Statt Prioritäten auf öffentlichen
Personennahverkehr, Carsharing, Fahrrad- und Fußwege setzt er auf eine Beschneidung
der Umweltzonen. Das schadet Bürgerinnen und Bürgern, die unter den
Verkehrsbelastungen leiden ebenso wie Umwelt- und Klimaschutz.“
Dem kommunalen öffentlichen Nahverkehr
droht Ungemach: „Durch den Vorrang kommerzieller Verkehrsanbieter, den Schwarz-Gelb
gesetzlich verankern will, wird der Handlungsspielraum der Kommunen massiv
beschnitten, so Bartol. „Es droht die Rosinenpickerei privater Unternehmen!“
Auch für die Wohnungspolitik
verheiße der Koalitionsvertrag nichts Gutes. „Millionen Mieterinnen und Mietern
in Deutschland droht eine deutliche rechtliche Verschlechterung.“, so Bartol. Die
Kündigungsfristen langjähriger Mieter sollen auf drei Monate verkürzt, das Mietminderungsrecht
bei energetischen Sanierungen abgeschafft werden. „Die Ausgewogenheit zwischen
Mieter- und Vermieterinteressen wird aufgehoben – die Mieterinnen und Mieter haben
das Nachsehen.“ Mit der sozialen Verantwortung sei es nicht weit her – zwar soll
das Schonvermögen für ALG II Bezieher erhöht werden, durch die Hintertür aber will
Schwarz-Gelb die Kosten der Unterkunft pauschalieren. „Beziehern von ALG II droht
damit, dass sie ihre Mieten nicht mehr zahlen können.“, so Bartol.