
Der Bundestag hat heute den Ausbau der frühkindlichen Betreuung beschlossen.
Der Marburger Abgeordnete Sören Bartol begrüßt das als Durchbruch: "Ab 2013 haben Eltern für ihre Kinder ab einem Jahr Anspruch auf einen Betreuungsplatz."
Der Bund unterstützt den Ausbau auch finanziell. In der Aufbauphase bekommen Länder und Kommunen vier Milliarden Euro. Ab 2014 stellt der Bund dann jährlich 770 Millionen Euro zur Verfügung. Bartol sieht darin einen wichtigen Erfolg für die SPD, die eine dauerhafte Beteiligung des Bundes an den Betriebskosten gefordert hatte.
"Das sind gute Nachrichten auch für Marburg-Biedenkopf", so Bartol. Denn bisher liegt die Betreuungsquote für unter Dreijährige im Landkreis bei 12 Prozent. Von den rund 6000 Kindern unter drei Jahren hatten 2007 nur 750 Kinder einen öffentlichen Betreuungsplatz, wurden also von einer Tagemutter oder in einer Kindertagseinrichtung betreut. Einen Ganztagsplatz gab es nur für 200 Kinder unter drei.
Damit der Kreis Marburg-Biedenkopf noch familienfreundlicher und kindergerechter wird, müssten die Plätze für unter Dreijährige deutlich ausgebaut werden, fordert Bartol. "Ich werde darauf achten, dass das Land Hessen die Mittel für den Ausbau zügig abruft, an die Kommunen weiter reicht und den zugesagten Eigenanteil einbringt."
Bartol begrüßt, dass sich die SPD hat sich bei einem weiteren Punkt durchgesetzt hat: Die von der Bundesfamilienministerin von der Leyen (CDU) geplante zwingende Gleichstellung gewerblicher Träger mit gemeinnützigen Trägern ist vom Tisch. Mit der von der Union geplanten Regelung hätte die Gefahr bestanden, dass gewinnorientierte Träger in großem Stil in die Kinderbetreuung eingestiegen wären. "Die Qualität der Betreuung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen", so Bartol. Er fordert im Gegenteil die Kinderbetreuung schrittweise betragsfrei zu machen.