
Diskussionsveranstaltung "Mehr bewegen - Unsere Sportpolitik" am Montag, dem 31.8.2009 mit Dr. Peter Danckert, Vorsitzender des Bundestags-Sportausschusses
Welche Rahmenbedingungen braucht die Förderung des Sports
in Deutschland? Diese und andere Fragen diskutierte der sportpolitische Sprecher
der SPD-Bundestagsfraktion Peter Danckert am 31. August mit Expertinnen und
Experten aus dem Kreis. Rund 50 Interessierte waren zu der Veranstaltung des
Marburger Bundestagsabgeordneten Sören Bartol ins Technologie- und
Tagungszentrum Marburg gekommen.
"Sport muss als Staatsziel ins Grundgesetz", forderte der
sportpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Peter Danckert:
"Hätten die Mütter und Väter des Grundgesetzes gewusst, welche Stellung
Sport heutzutage in unserer Gesellschaft hat, hätten sie ihn aufgenommen."
Die Vereinsarbeit müsse gestärkt werden, so der Sportpolitiker weiter,
denn eine vernünftige Spitze könne es nur geben, wenn in den
Sportvereinen genügend Talente herangebildet würden." Während
Paul-Heinz Petri, Vorsitzender des Sportkreises Biedenkopf, die Tendenz
beklagte, dass sich immer weniger junge Menschen in Vereinen, sondern eher in
Fitnessstudios engagieren und auch die Vorsitzende des TSV-Marburg-Ockershausen
Kirsten Fründt auf die Konkurrenz zwischen Vereinen und kommerziellen Anbietern
verwies, betonte der Vorsitzende des Sportkreises Marburg, Dr. Franz Nitsch,
ihm ginge es vor allem um die Freude am Sport - wo auch immer dieser betrieben
würde:
"Es gibt keinen Breitensport mehr, denn immer weniger Leute wollen
heutzutage in Vereinen Wettkampfsport betreiben - wir betreiben Sozialpolitik.
Mich interessiert aber in erster Linie, dass die Leute Spaß haben. Sport findet
nicht mehr nur in den Vereinen statt, man darf Vereine, VHS und die
Fitnessstudios nicht gegeneinander ausspielen! Was ist dagegen sagen, dass
Leute in Fitnessstudios gehen?" Nitsch forderte "Sport auf
Rezept!," den es in Hessen schon in 6 Kreisen gibt.
Wie man Vereinssport an Schulen etabliert, war ebenfalls Thema der
Diskussion. Sören Bartol unterstrich das Potenzial von Ganztagsschulen zu einem
umfassenden Sport- und Freizeitangebot. Er forderte eine Umstellung
insofern, als dass die Vereine an die Schulen kommen müssten. Weitere Punkte
der lebhaften Diskussion waren das Konjunkturpakt II und seine Auswirkungen auf
Sportvereine sowie die Konkurrenz um Übungsleiter.
Fazit: Sport bewegt!